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Ausschusssitzung 03. Oktober | EU-PETITION 0204/2019

Petition Nr. 0204/2019, eingereicht von Evelien Van Den Brink, niederländischer Staatsangehörigkeit, zu einem Antrag auf Finanzierung der biomedizinischen Forschung zu der Krankheit Myalgische Enzephalomyelitis.

»Wir werden Sie nicht alleine lassen!« Dolors Montserrat, Vorsitzende des Petitionsausschusses

Die Petition, in der die EU um Mittel für die biomedizinische Forschung im Bereich Myalgische Enzephalomyelitis (ME) gebeten wird, wurde am 3. Oktober 2019 in der Sitzung des Petitionsausschusses angehört. Was wir vorab sagen können – die Petition bleibt offen! Die Petition kann damit auch weiterhin unterzeichnet werden. Mehr dazu hier

Das heißt, dass der Ausschuss mit seinen Empfehlungen dem Antrag folgt und die Petition solange zur Diskussion offenbleibt, bis die Kommission eine konkrete Maßnahme dazu vorschlägt. Ein Erfolg für unsere niederländische Nachbarin Evelien van den Brink, die trotz ihrer schweren Erkrankung nach Brüssel gereist ist, um ihr Anliegen auf einer Krankenliege vorzutragen. Den beeindruckenden Vortrag von Evelien, könnt ihr hier sehen: 


Zusammenfassung:

Mitglieder des europäischen Parlaments wie: Rory Palmer und Martin Buschmann unterstützten den Antrag der schwer erkrankten Petentin.

 

Ein Vertreter der europäischen Kommission erläuterte, dass es keine spezifischen Forschungsgelder für einzelne Krankheiten gibt. Die EU eröffnet Programme, worauf Wissenschaftler mit Vorschlägen/ Anträge reagieren. Er erklärte, dass es in der letzten Woche neue Interventionen für chronische Krankheiten gab und dass er sich in diesem Bereich eine solche Forschung vorstellen könne.

 

Ein weiterer wichtiger Punkt, die von der Kommission angesprochen wurde, ist, dass man wahrscheinlich bislang nicht genügend Anreize für die Wissenschaftler geschaffen habe. Man müsse die Forscher ermutigen und klarstellen, dass die »Auswirkungen innerhalb von Krankheiten von Bedeutung sind.« Sofern es einen »Gamechanger« bei ME gäbe, könnten sich Prioritäten für die Wissenschaft verschieben. Weiterhin wurde erklärt, dass es in Zukunft mehr Forschungsmöglichkeiten durch z. B. Horizont 2020 geben wird. 

 

Ein Vergleich mit den NIH aus den USA ist schwierig, da diese ganz andere Mittel zur Verfügung haben. Dem NIH-Haushalt steht ein 30x höheres Budget als der EU zur Verfügung. Weiterhin wird angemerkt, dass 95 % der öffentlichen Forschungsgelder aus den Mitgliedsstaaten kommen, nur 5 % von der Kommission. Hier wird der Appell an die Länder deutlich.

 

Rory Palmer fordert von der Kommission präziser bei der Forschungsförderung zu agieren. Man bräuchte eine spezifische Finanzierung, um die Diagnose und Behandlung zu unterstützen. Martin Buschmann fasst abschließend die Krankheit kurz zusammen, verweist auf den aktuellen Stand in den Niederlanden und betont, dass er eine Bereitstellung für Forschungsgelder befürwortet.

 

Die Vorsitzende Dolors Montserrat des Petitionsausschusses sagt, dass sie diese Petition zu ihrer eigenen machen wolle und unterstreicht so die Wichtigkeit der Forderung. Sie bittet die Kommission seitens des Petitionsausschusses um aktuelle Informationen zu diesem Anliegen.

 

»Wir werden Sie nicht alleine lassen und Parlament, Kommission und Fraktionen werden alle gemeinsam daran arbeiten, um dafür zu sorgen, dass weiter geforscht wird. Wir werden die Petition nicht beenden, damit es weitergehen kann. Und ich hoffe, dass es allen [Erkrankten] bald besser geht.« | Dolors Montserrat, Vorsitzende des Petitionsausschusses

Das Team von #MillionsMissing Deutschland bedankt sich bei Evelien Van Den Brink und allen Beteiligten!


MMD-Logo
  • Mitglieder des EU-Petitionsausschusses
  • Die Petition ist weiterhin offen und kann hier unterzeichnet werden. Hilfestellung zum Registrieren, Anmelden und Unterzeichnen findet ihr hier. 
  • Anmerkungen in eckigen Klammern von #MillionsMissing Deutschland